Detox für den Mac

Mac-Detox: Backup anlegen – aber wie?

Bevor du Dateien löschst oder Speicher freimachst, solltest du deinen Mac absichern. Wir zeigen dir, wie Backups mit Time Machine, SSDs und Cloud-Diensten zuverlässig funktionieren.

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Backups sind wie AppleCare fürs iPhone: Man hofft, sie nie zu brauchen, doch im Ernstfall ist man sehr froh, sie zu haben. Und wie eine Versicherung vor einem Heimwerkerprojekt ist es eine sehr gute Idee, deinen Mac zu sichern, bevor du mit dem digitalen Frühjahrsputz beginnst.

Was dir wichtig ist, solltest du sichern. Das kann ein angefangenes Buch sein, Familienfotos, Videos, GarageBand-Projekte, dein Hochzeitsvideo oder etwas ganz anderes. Alles, was digital gespeichert ist, ist gefährdet: Festplatten können ausfallen, Apps abstürzen und dabei wichtige Dokumente beschädigen. Und wenn du deinen Mac unterwegs nutzt, besteht zusätzlich das Risiko von Schäden, Verlust oder Diebstahl. Ohne Backup kann das bedeuten, dass Dinge verloren gehen, die sich nicht einfach neu kaufen lassen.

Es gibt viele Möglichkeiten, deinen Mac zu sichern – von Apples eigener Time Machine bis hin zu Drittanbieter-Apps und -Diensten, die deine Daten verschlüsselt in der Cloud speichern. Die einfachste Lösung ist Time Machine mit einer externen Festplatte – das ist auch unsere bevorzugte Option – oder alternativ mit einem Netzlaufwerk.

Aber ich nutze doch iCloud?

iCloud (wie auch andere Dienste wie Google Drive oder OneDrive) ist kein Backup, sondern ein Synchronisations- und Freigabedienst. Wird eine Datei beschädigt, kann sich dieser Fehler auf alle deine Geräte übertragen. Zwar hilft der Ordner „Zuletzt gelöscht“ bei Fotos und Videos, versehentliches Löschen abzufangen, dennoch empfehlen wir, zusätzlich eine separate Backup-App oder einen entsprechenden Dienst für Fotos, Videos und Dokumente zu nutzen.

Die effizientesten Backups sind inkrementell. Das bedeutet: Zunächst wird ein vollständiges Backup erstellt, danach werden nur noch neue oder geänderte Daten gesichert. Genau so arbeitet Apples Time Machine – andernfalls müsste dein gesamter Mac regelmäßig komplett gesichert werden. Zum Vergleich: Der Mac, auf dem dieser Artikel entstanden ist, belegt über 700 Gigabyte Speicher. Stell dir vor, wie groß das Laufwerk für mehrere vollständige Backups sein müsste.

Die Checkliste für ein ideales Backup

Bevor du dich für eine Backup-Strategie und passende Speicherlösungen entscheidest, solltest du zunächst klären, was genau du sichern möchtest und wie viel Speicherplatz dafür nötig ist. In den Systemeinstellungen unter „Allgemein“ > „Speicher“ siehst du, was auf deinem Mac wie viel Platz belegt. Unsere Fotos-Mediathek umfasst derzeit zum Beispiel 343,19 Gigabyte – und wächst täglich weiter.

Wenn du dich für eine externe Festplatte entscheidest, solltest du diese ausschließlich für Backups nutzen und nicht zusätzlich für andere Daten. Außerdem empfiehlt es sich, ein Laufwerk zu wählen, das mindestens doppelt so viel Speicher bietet wie deine aktuellen Daten, damit ausreichend Platz für viele inkrementelle Backups bleibt.

1. Regelmäßig sichern

Je häufiger, desto besser. Für Arbeitsrechner empfehlen sich stündliche Backups, bei privaten Macs reicht auch seltener.

2. Backup vom Backup erstellen

Plane für den Ernstfall: Was passiert, wenn auch dein Backup beschädigt wird? Deshalb speichern Time Machine und andere Lösungen mehrere Versionen, sodass du auf ältere Stände zurückgreifen kannst.

3. Externe Sicherung bedenken

Backups an einem anderen physischen Ort schützen vor Verlust durch Schäden wie Feuer oder Wasser und Diebstahl am ursprünglichen Standort.

4. Online sichern

Cloud-Backups sind ideal für externe Sicherungen. Deine Daten liegen sicher entfernt, bleiben aber jederzeit abrufbar.

5. Alle Geräte berücksichtigen

Wenn du deinen iCloud-Speicher über die knappen kostenlosen 5 GB hinaus erweitert hast, kannst du dein iPhone und iPad automatisch dort sichern.

6. 3-2-1-Regel anwenden

Als allgemeines Backup-Prinzip empfiehlt die 3-2-1-Regel, drei Kopien aller wichtigen Daten vorzuhalten: zwei davon auf unterschiedlichen Speichermedien und eine weitere als Backup online oder an einem externen Standort.

Was du benötigst

Alles, was du für ein Backup deines Mac brauchst, ist eine passende Software und Speicherplatz außerhalb deines Geräts – etwa eine externe Festplatte, ein Netzlaufwerk oder ein Online-Backup-Dienst, je nach Bedarf und Budget. Verzichte möglichst auf manuelle Backups. Zwar kannst du Dateien im Finder auf ein externes Laufwerk kopieren, doch das ist zeitaufwendig und wird leicht vergessen. Deutlich zuverlässiger ist es, Time Machine oder eine andere Backup-App die Sicherung automatisch in festgelegten Intervallen erledigen zu lassen.

Do: Externe SSDs mit USB-C gehören zu den schnellsten und komfortabelsten Speicherlösungen für Backups.

Don’t: Verwende keine USB-Sticks oder Speicherkarten. Sie sind klein und nicht für die Datensicherung ausgelegt.

Do: Klassische Festplatten bieten das beste Verhältnis aus Speicherplatz und Preis für Backups – sind aber langsam.

Don’t: Externe Speicher können gestohlen oder beschädigt werden – plane Online- oder externe Backups ein.

Ausgezeichnete Optionen für externe Datensicherung

Der Schlüssel zu guten Backups ist, dass du dich nicht ständig darum kümmern musst. Sie laufen im Hintergrund und schützen deinen Mac, während du dich anderen Dingen widmest. Alle hier vorgestellten Lösungen erfüllen genau diesen Zweck – ob schnelle SSDs, große Festplatten, flexible Netzwerkspeicher oder automatische Online-Backup-Dienste. Wie du siehst, lässt sich dieses Plus an Sicherheit ganz ohne große Kosten realisieren.

WD My Passport Ultra für Mac

(Bild: Western Digital)

Preis: 100 Euro (2 TB)
Web: westerndigital.com

Die My Passport bietet mehr Speicher für weniger Geld als vergleichbare SSDs. Zwar ist sie nicht so schnell, doch für Backups ist das meist unerheblich – schließlich willst du keine Spiele darauf laufen lassen.

SanDisk Extreme Portable SSD

(Bild: SanDisk)

Preis: 250 Euro (1 TB)
Web: sandisk.com

Die robuste SSD von SanDisk ist speziell für den mobilen Einsatz konzipiert und hält Stößen stand. Sie bietet Schutz vor Stürzen sowie Wasser und Staub und verfügt über eine Hardware-Verschlüsselung, damit deine Backups sicher bleiben.

Samsung Portable SSD T9

(Bild: Samsung)

Preis: 400 Euro (2 TB)
Web: samsung.com

Wir setzen seit Jahren auf die ultrakompakten SSDs von Samsung. Sie haben sich als äußerst zuverlässig erwiesen. Allerdings reagieren sie empfindlich auf USB-C-Kabel – verwende daher am besten die mitgelieferten oder hochwertige Alternativen.

WD Elements Desktop HDD

(Bild: Western Digital)

Preis: ab 170 Euro (4 TB)
Web: westerndigital.com

Mit Kapazitäten bis 26 TB zu fairen Preisen und einer USB 3.2 Gen 1 Schnittstelle ist dies eine gute Wahl für Power-User und Netzwerke. Für den Einsatz am Mac musst du das Laufwerk allerdings neu formatieren.

Ugreen NASync DH2300

(Bild: Ugreen)

Preis: 200 Euro
Web: nas-de.ugreen.com

Dieses preiswerte NAS eignet sich nicht nur für Backups, sondern auch zum Teilen von Fotos und Medien sowie zur Wiedergabe auf dem Fernseher. Setze einfach die Festplatten deiner Wahl in die beiden SATA-Einschübe ein.

Backblaze Personal Backup

(Bild: Screenshot)

Preis: etwa 86 Euro/Jahr
Web: backblaze.com

Backblaze sichert deine Daten zuverlässig auf eigenen Servern. Bei langsamer Internetverbindung sendet dir der Anbieter dein Backup auf einer USB-Festplatte zu – und erstattet die Kosten, wenn du diese rechtzeitig zurückschickst.

iDrive

(Bild: Screenshot)

Preis: etwa 86 Euro/Jahr
Web: idrive.com

Mit 5 TB Speicherplatz für Backups und zusätzlichem Online-Speicher ist iDrive eine gute Lösung für mehrere Geräte. Auch hier kannst du dir dein Backup für eine schnelle Wiederherstellung auf einem physischen Datenträger zusenden lassen.

Power für den Mac

Dieser Artikel ist Teil unserer Artikel-Serie „Mac-Detox“. Hier findest du alle Artikel unserer Reihe: